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| >Primärregelung
Kraftwerksausfälle und Schwankungen im Stromverbrauch werden durch die Primärregelung auf die Kraftwerke im gesamten Leitungsnetz aufgeteilt. Die Frequenz der elektrischen Energie hängt direkt von der Drehzahl der Generatoren ab. Die Voraussetzung für eine konstante Netzfrequenz von 50 Hz ist daher eine konstante Drehzahl der Generatoren. Grundsätzlich sind Kraftwerke und Verbrauchersysteme für den Betrieb bei einer Frequenz von 50 Hz ausgelegt. Schon relativ geringe Abweichungen im Prozentbereich können unangenehme Folgen haben. In der Praxis kommt es jedoch häufig zu mehr oder weniger großen Drehzahlschwankungen der Generatoren und damit auch zu Schwankungen der Frequenz. Der Grund dafür ist folgender: Elektrische Energie kann auf dem Weg von der Erzeugung zum Verbraucher nicht gespeichert werden. Es muß daher theoretisch in jedem Augenblick genau so viel Strom erzeugt werden wie verbraucht wird. Kommt es nun z.B. zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einem Erzeugungsdefizit, so wird dieses Defizit durch die in den Schwungmassen der rotierenden Maschinen (Turbinen, Generatoren und Motoren) enthaltene Energie gedeckt. Die Maschinen werden dadurch abgebremst, wodurch die Drehzahl und damit auch die Frequenz immer weiter absinkt - bis zum Kollaps. Umgekehrt führt ein Überschuß der Erzeugung zur Beschleunigung der Maschinen und damit zu einem Frequenzanstieg. Für eine Stabilisierung der Frequenz bzw. für eine möglichst konstante Frequenz ist also eine permanente Korrektur der Erzeugung zur Anpassung an den Verbrauch notwendig. Dazu benötigt man zunächst automatische Turbinenregler in geeigneten Kraftwerken, die das Ungleichgewicht zwischen Erzeugung und Verbrauch an der Abweichung der Frequenz von 50 Hz erkennen und innerhalb von Sekunden selbsttätig die Erzeugung anpassen. Dieser Vorgang heißt Primärregelung. Man muß dafür eine gewisse Kraftwerksreserve vorhalten. Da sich beim Auftreten eines Defizits (z.B. durch einen Kraftwerksausfall) alle primärgeregelten Kraftwerke des gesamten europäischen Verbundnetzes an diesem Regelvorgang solidarisch beteiligen, müssen die einzelnen Kraftwerke nur einen geringen Anteil des Defizits aufbringen. Es helfen also alle Partner des Verbundnetzes zusammen, um einen raschen Ausgleich eines solchen Defizits zu ermöglichen. (Siehe auch Sekundärregelung) |
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